Freistellen in Photoshop Elements: Geradlinige Objekte einfach mit dem Polygon-Lasso freistellen

In diesem Video-Training zeige ich ausführlich das Polygon-Lasso. Hört sich vielleicht trocken und langweilig an, ist es aber auf keinen Fall. Denn wer das Werkzeug mit seinen paar Tricks kennt, will es nicht mehr missen. Unter anderem wird hier ein Karton, ein Haus, ein Schild und ein Berg freigestellt. Anschauen und staunen!

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In diesem Tutorial möchte ich euch die Funktionen des Polygon-Lassos zeigen.

Das geht im alltäglichen Gebrauch von Elements leider etwas unter, und deshalb möchte ich euch die vielen Funktionen mal anhand von verschiedenen Beispielen ein wenig näher bringen.

Beispiel 1: Schritt 1:

Ich habe hier zuerst ein einfaches Bild geladen, das nur über Ecken und Kanten verfügt und deshalb wie für das Polygon-Lasso gemacht ist.

Das Lasso wähle ich mit L aus.

Dann klicke ich an eine Ecke des Kartons und bewege meinen Mauszeiger. Hinter dem wird jetzt eine Art Schnur oder Gummiband hergezogen.

Schritt 2:

Ich fahre mit dem Cursor zur nächsten Ecke des Kartons. Dort klicke ich wieder und schon hat das Werkzeug einen neuen Eckpunkt gesetzt. Wenn ich jetzt den Punkt falsch gesetzt habe, drücke ich einfach die Rücktaste, um den letzten Punkt zu löschen, und setze ihn neu.

Schritt 3:

Wenn ich zum Beispiel an eine Stelle komme, die exakt gerade nach unten geht, kann ich die Shift-Taste gedrückt halten, denn so kann man das Lasso nur in 45°-Schritten bewegen.

Schritt 4:

Ich wähle jetzt den ganzen Karton aus. Wenn ich die Leertaste gedrückt halte, kann ich mich mit der Hand im Bild bewegen, ohne die Auswahl mit einem Doppelklick schließen zu müssen.

Wenn ich den Karton fertig umrundet habe und wieder an meinem Startpunkt angekommen bin, erscheint neben meinem Mauszeiger ein kleiner Kreis, der anzeigt, dass die Auswahl mit dem nächsten Klick geschlossen wird. Alternativ könnte ich einen Doppelklick machen oder beim Klicken die Strg-Taste drücken, wenn ich vom Anfang der Auswahl entfernt bin.

Schritt 5:

Die Auswahl ist nun geschlossen.

Ich möchte sie jetzt in eine Ebenenmaske umwandeln, also muss ich erst aus dem Karton eine Ebene machen, denn er ist eine Hintergrundebene. Dazu klicke ich doppelt darauf und drücke im sich öffnenden Fenster die Enter-Taste.

Danach klicke ich auf das Ebenenmasken-Symbol.

Schritt 6:

Jetzt ist der Karton freigestellt. Ich ziehe noch einen Hintergrund ins Bild, den ich transformiere und hinter die Kartonebene ziehe.

Schritt 7:

Dem Karton füge ich noch einen Schlagschatten hinzu. Ich wähle dafür in den Ebenenstil-Optionen einen passenden Schatten aus, den ich anpasse, indem ich doppelt auf das fx-Symbol der Kartonebene klicke.

Kleiner Tipp: Anstatt am Abstand-Regler herumzufummeln, kann ich auch den Schatten im Bild direkt verschieben.

Und schon ist mein erstes Objekt schön freigestellt.

Beispiel 2:

Bei diesem Bild wird es schon ein bisschen komplizierter. Ich möchte hier das Schild freistellen.

Schritt 1:

Also nehme ich mir wieder mein Polygon-Lasso und wähle es damit aus.

Wenn ihr mal etwas genauer sein müsst, könnt ihr mit Strg++ ins Bild hineinzoomen.

Schritt 2:

Ist im Bild doch mal eine Stelle, die nicht ganz gerade ist, könnt ihr mit gedrückter Alt-Taste das normale Lasso aktivieren. Sobald ihr die Taste wieder loslasst, habt ihr das Polygon-Lasso wieder. Das ist zum Beispiel bei Astlöchern sehr praktisch.

Schritt 3:

Ich wähle das Schild weiter aus. Am Ende erscheint wieder ein Kreis neben dem Lasso, und ich schließe die Auswahl.

Ich möchte wieder eine Ebenenmaske erstellen, darum klicke ich doppelt auf die Hintergrundebene, bestätige mit Enter und klicke auf das Ebenenmasken-Symbol.

Schritt 4:

Ich füge wieder einen Hintergrund ein.

An einer Seite des Schildes erkenne ich noch einen minimalen Rand, also klicke ich auf die Ebenenmaske und danach auf Auswahl>Kante verbessern.

Schritt 5:

Im Kante verbessern-Dialog drücke ich die Taste L, um das Bild auf der Ebene mit dem Hintergrund anzuzeigen.

Ich verschiebe die Kante nach innen und mache sie ein wenig weich und rund, und schon ist kein Farbsaum mehr zu sehen.

Beispiel 3:

Ich zeige euch das Ganze noch mal mit einem Architekturbild. Auch das kann man mit dem Polygon-Lasso viel schneller freistellen als mit manchen anderen Methoden.

Schritt 1:

Wie immer wähle ich das Gebäude mit dem Polygon-Lasso aus. Man kann, wenn man etwas am Rand auswählt, mit dem Lasso ruhig aus der Arbeitsfläche hinausgehen, man muss also nicht zu genau am Rand des Bildes herumfummeln.

Ich erstelle aus der Auswahl wie in den vorherigen Beispielen eine Maske.

Schritt 2:

Zur Kontrolle erstelle ich eine neue Ebene hinter der mit dem Haus. Das geht einfach, indem ich mit gehaltener Strg-Taste auf das Symbol für Neue Ebene klicke, so muss ich sie nicht verschieben.

Auf dieser Ebene ziehe ich dann einen Verlauf auf und sehe, dass die Freistellung klasse geworden ist. Falls noch irgendwo ein Fehler wäre, könnte ich den selbstverständlich in der Ebenenmaske korrigieren.

Beispiel 4:

Dieses Landschaftsbild weist viele sehr unruhige Formen und eigentlich keine wirklich geraden Linien auf. Trotzdem würde ich hier eine Kombination aus Polygon-Lasso und Lasso verwenden, zwischen denen man ja durch die gedrückte Alt-Taste wechseln kann.

Schritt 1:

Ich wähle mit dem Polygon-Lasso die Felsen aus. Hierbei mache ich sehr viele Klicks, um mich der Form anzupassen.

Das Polygon-Lasso ist vor allem interessant, wenn man nicht mit dem Grafiktablett arbeitet, sondern mit der Maus, denn beim normalen Lasso würde man viel zu leicht verrutschen.

Trotzdem benutze ich das Lasso über die gedrückte Alt-Taste bei besonders runden Passagen.

Habt ihr einmal die Auswahl aus Versehen geschlossen, obwohl ihr noch nicht fertig wart, haltet einfach die Shift-Taste gedrückt, um so der Auswahl etwas hinzuzufügen.

Wenn ihr aus Versehen den Himmel anstatt den Bergen ausgewählt habt, könnt ihr Strg+Shift+I drücken, um die Auswahl umzukehren.

Schritt 2:

Ich erstelle wieder eine Ebenenmaske und füge einen Hintergrund ein.

Weil das hier mit dem Sternenhimmel noch nicht ganz originalgetreu aussieht, denn die Felsen leuchten viel zu sehr, erstelle ich eine neue Einstellungsebene vom Typ Verlaufsumsetzung, wo ich einen Verlauf von Blau zu Schwarz einstelle.

Schritt 3:

Damit die Einstellungsebene nur auf die Felsen wirkt, klicke ich mit gehaltener Shift-Taste zwischen diese Ebenen, um eine Schnittmaske aus der Verlaufsumsetzung zu erstellen.

Ich kann auch noch mit den Mischmodi herumspielen: Hier passt Farbton gut.

Wenn ich noch die Deckkraft ein wenig absenke, sieht das Ganze schon sehr gut aus.

Das war’s auch schon. Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen zur Benutzung des Polygon-Lassos animieren.

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