Freistellen in Photoshop Elements: Farbsäume entfernen – nichts einfacher als das

In diesem Video-Training zeige ich, wie komplizierte Objekte freigestellt und vor allem die lästigen Farbsäume entfernt werden. Dabei zeige ich zahlreiche Beispiele und Herangehensweisen, wie Farbsäume effektiv weggezaubert werden.

Wir empfehlen:
Freistellen mit Photoshop Elements
In diesem Tutorial möchte ich euch zeigen, wie man Farbsäume aus freigestellten Bildern entfernt.

Ich habe hier ein Bild von einem Model geladen, das vor einem extrem roten Hintergrund steht. Da die Haare einige Transparenzen haben, nehmen sie leider die Farbe des Hintergrundes mit auf und werden dann etwas rot sein. Die Farbe zu beseitigen, wird nach diesem Tutorial für euch aber hoffentlich nicht mehr schwer sein.

Schritt 1

Zuerst muss ich das Model natürlich auswählen. Dazu benutze ich das Schnellauswahlwerkzeug. Das muss hier jetzt nicht komplett genau sein, besonders an den Haaren reicht es, wenn sie grob umfahren werden.

Wenn ihr das Häkchen bei Automatisch verbessern setzt, hilft Photoshop noch zusätzlich bei der Auswahl.

Und falls ihr mal etwas zu viel ausgewählt habt, könnt ihr das wieder abziehen, indem ihr die Alt-Taste gedrückt haltet und mit dem Werkzeug, in dem jetzt statt eines Plus- ein Minuszeichen zu sehen ist, über den betreffenden Bereich fahrt.

Schritt 2

An der Stelle zwischen dem Arm und dem Körper könnte ich schon ein bisschen genauer sein, aber das muss auch nicht perfekt freigestellt sein, da man alles noch später verändern kann.

Schritt 3

Wenn ich mit der groben Auswahl fertig bin, klicke ich in der Werkzeugoptionsleiste auf Kante verbessern. Den Kante verbessern-Pinsel stelle ich in den WZ-Optionen größer ein und fahre damit über die Haare und er stellt sie mir schon einigermaßen frei. Wenn ich unter Anzeige den schwarzen Hintergrund auswähle, kann ich das Rote sehr gut sehen, auf Weiß erkennt man es eher nicht.

Schritt 4

Ein roter Schleier ist leider noch immer zu sehen. Ich gebe das Ganze aber erst einmal in eine Ebenenmaske aus.

Dann ist das Bild schon freigestellt.

Schritt 5

Um die Freistellung noch besser kontrollieren zu können, lade ich über Datei>Platzieren einen Hintergrund.

Den transformiere ich zuerst. Wenn ich beim Vergrößern oder Verkleinern die Alt-Taste gedrückt halte, tut es das zu allen Seiten gleichzeitig.

Die Ebene mit dem Hintergrund verschiebe ich dann hinter die mit dem Model.

Methode 1 – Schritt 1

Da sieht man dann die roten Stellen ganz deutlich.

Um sie zu entfernen, habe ich mehrere Möglichkeiten. Die eine davon ist non-destruktiv, das heißt, ich kann die Einstellungen alle im Nachhinein wieder verändern, die anderen nicht.

Ich zeige euch zuerst eine destruktive. Dafür gehe ich in die Maske der Model-Ebene und wähle dann Auswahl>Kante verbessern. Im Kante verbessern-Dialog klicke ich auf die Option Farben dekontaminieren. Die Stärke kann ich da auch noch einstellen, und man sieht, dass Photoshop schon fast alles Rote entfernt hat. Ich wähle Ausgabe an: Neue Ebene mit Ebenenmaske.

Schritt 2

Das sieht jetzt klasse aus und ist schnell gegangen, es hat nur einen Nachteil: Photoshop hat Pixel verändert und dadurch ist das Ganze nicht mehr so schnell rückgängig zu machen. Das sieht man, wenn man mit gehaltener Shift-Taste auf die Maske der neuen Ebene klickt, um sie auszublenden. Denn Photoshop hat die roten Bereiche einfach übermalt.

Deshalb zeige ich euch noch eine andere, nicht-destruktive Variante.

Methode 2 – Schritt 1

Zur besseren Übersicht nenne ich die Ebene, die wir gerade verändert haben, “Variante 1” und die ursprüngliche Ebene “Variante 2”. Variante 1 schiebe ich unter die andere Ebene und blende sie aus. Danach erstelle ich eine neue Einstellungsebene Farbton/Sättigung.

Schritt 2

In der Farbton/Sättigungs-Ebene setze ich das Häkchen bei Färben und stelle die Sättigung auf 0. Praktischerweise hat das Model schwarze Haare, sonst müsste ich versuchen, die Haarfarbe einzustellen. Jetzt ist das ganze Bild schwarz-weiß. Damit das nicht so bleibt, erstelle ich aus der Einstellungsebene zunächst eine Schnittmaske, das heißt, dass die Korrekturen nur auf die darunterliegende Ebene wirken. Das mache ich, indem ich mit der rechten Maustaste auf die Einstellungsebene klicke und Schnittmaske erstellen wähle. Oder ich klicke mit gehaltener Alt-Taste zwischen die Einstellungsebene und die darunterliegende.

Schritt 3

Jetzt ist zwar nicht mehr der Hintergrund schwarz-weiß, die Frau ist es aber immer noch. Darum gehe ich in die Maske der Farbton/Sättigungs-Ebene und drücke Strg+I. Das invertiert die Maske, sie ist jetzt also komplett schwarz.

Auf dieser Maske kann ich dann mit einem weißen Pinsel die roten Bereiche übermalen, um die Einstellungsebene wieder sichtbar zu machen. Dadurch wird das Rote einfach schwarz-weiß, sodass es nicht mehr zu sehen ist. Kleiner Tipp: Wenn ihr die Pinselspitze verkleinern und vergrößern wollt, ohne dafür ständig in die Werkzeugoptionen hineinzumüssen, könnt ihr einfach die Alt-Taste gerückt halten und bei ebenfalls gedrückter linker Maustaste hin- und herziehen.

Schritt 4

Auch die Haut hat am Rand einen roten Schimmer, den entferne ich mit der gleichen Methode. Ich erstelle eine Farbton/Sättigungs-Ebene und stelle einen Hautton ein. Dann mache ich aus der Ebene eine Schnittmaske und invertiere die Ebenenmaske.

Schritt 5

Wenn ich jetzt mit einem weißen Pinsel auf der Maske der Einstellungsebene über die rötlichen Stellen male, sieht auch die keiner mehr.

Methode 3 – Schritt 1

Es gibt noch eine andere Methode, aber die ist auch destruktiv. Sie funktioniert über den Befehl Transparente Pixel fixieren. Sie geht so:

Zuerst klicke ich mit der rechten Maustaste auf die Maske der Model-Ebene und klicke Ebenenmaske anwenden. Dadurch werden die Pixel, die die Maske vorher verdeckt hat, gelöscht. Dann klicke ich auf das Icon für Transparente Pixel fixieren.

Schritt 2

Durch Transparente Pixel fixieren kann ich zum Beispiel mit dem Pinsel nur da malen, wo auch tatsächlich Pixel auf der Ebene vorhanden sind, kann also keine neuen hinzufügen.

So kann ich jetzt mit schwarzer Farbe direkt auf der Ebene mit dem Pinsel die roten Stellen der Haare übermalen, ohne dass ich über den Rand malen würde. Der Pinsel sollte allerdings nicht volle Deckkraft haben, sonst sehen die Haare von der Farbe her zu glatt aus.

Schritt 3

Weil jetzt auch die Struktur ein bisschen darunter leidet, kann ich auch mit verschiedenen Mischmodi herumspielen. Ich nehme hier Multiplizieren.

Wenn es immer noch zu schwarz wird, kann ich die Deckkraft noch weiter reduzieren.

Schritt 4

Den farbigen Schein auf der Haut kann ich genauso entfernen; mit gedrückter Alt-Taste nehme ich einfach eine Hautfarbe auf und übermale auch diese Stellen. Dabei solltet ihr den normalen Mischmodus verwenden. Auch solltet ihr zwischendurch mit der Pipette immer wieder neue Farben aufnehmen, sodass ihr immer die Hautfarbe verwendet, die passt.

Schritt 5

Ich kann auch den Kopierstempel verwenden, denn dadurch wird nicht nur die Farbe, sondern auch die Struktur übertragen. Ausgerichtet sollte aktiviert sein.

So könnt ihr alle Ränder übermalen und am Schluss sind auch hier die Farbsäume verschwunden.

Ich empfehle aber trotzdem die zweite Methode, denn bei der werden keine Pixel verändert und man kann alles nachher noch verändern.

Beispiel 2

Ich habe hier noch ein Beispiel aus einem anderen Tutorial, einen Baum.

Ich stelle ihn zuerst schnell frei, dazu nehme ich mir das Zauberstab-Werkzeug und wähle den Hintergrund aus, wobei Benachbart deaktiviert ist. Dann klicke ich auf Ebenenmaske hinzufügen und invertiere die Maske mit Strg+I. Ich zeige euch bei diesem Bild zwei unterschiedliche Varianten.

Methode 1 – Schritt 1

Das Problem ist jetzt, dass sich auch hier ein heller Schein um die Hand herum befindet. Ich versuche zuerst, ihn mit zu beseitigen, indem ich auf die Maske klicke und dann auf Auswahl>Kante verbessern. Hier stelle ich eine etwas weiche Kante ein und verschiebe die Kante nach innen.

Schritt 2

Wenn dann bei euch wie hier irgendwo Löcher erscheinen, könnt ihr die in der Maske mit schwarzer Farbe einfach wieder wegmalen.

Schritt 3

So ist der Schein an der Hand verschwunden; das Problem ist, dass dafür auch die Ränder der Blätter weich geworden sind und sehr filigrane Teile wie dünne Äste durch Kante verschieben sogar ganz verschwunden sind.

Deshalb mache ich das alles rückgängig und zeige euch noch eine zweite Methode.

Methode 2 – Schritt 1

Zuerst erstelle ich eine neue Ebene. Dann nehme ich eine gute Hautfarbe auf und male über den Rand der Hand, dort, wo es zu hell ist.

Weil das Gemalte jetzt über die Hand hinausgeht, erstelle ich aus der neuen Ebene eine Schnittmaske, indem ich mit gehaltener Alt-Taste zwischen die Ebene und die mit dem Baum klicke.

Schritt 2

Damit die Struktur durchkommt, verändere ich noch den Mischmodus, zum Beispiel in Weiches Licht, auch die Deckkraft der Ebene kann ich verändern.

Wenn mir die Farbe des Gemalten nicht mehr gefällt, kann ich Strg+U drücken, um die Farbton/Sättigungs-Korrektur aufzurufen und eine neue Farbe einstellen.

Methode 3 – Schritt 1

Wenn euch die Methode eben nicht so gefällt, könnt ihr natürlich auch einfach wie vorhin die Ebenenmaske anwenden, Transparente Pixel fixieren aktivieren und mit einem Pinsel und einer aufgenommenen Farbe den Rand der Hand übermalen. Damit die Struktur durchkommt, eignet sich im Werkzeugoptionen-Menü der Mischmodus Farbe. Bei besonders hellen Bereichen funktioniert das nicht, da müsstet ihr dann wieder Normal nehmen.

Das dauert zwar alles ein bisschen, aber ihr wollt ja auch keine Freistellung haben, die zwar perfekt, aber mit Farbsaum ist, oder?

Beispiel 3 – Schritt 1

Hier habe ich noch ein Beispiel, und zwar diesen coolen Hund.

Den stelle ich erst mal frei, dazu nehme ich das Schnellauswahlwerkzeug und wähle den Himmel aus, über Strg+Shift+I oder Auswahl>Auswahl umkehren kehre ich die Auswahl um.

Dann gehe ich im Werkzeugmenü auf Kante verbessern und male mit dem Kante verbessern-Werkzeug über die Haarbereiche.

Schritt 2

Ich gebe die Auswahl in eine Ebenenmaske aus.

Dann lade ich über Datei>Platzieren einen Hintergrund, den ich transformiere und hinter die Hund-Ebene ziehe.

Aber auch bei diesem Bild gibt es einen Farbsaum.

Schritt 3

Um diesen zu entfernen, nehme ich zuerst eine Fellfarbe des Hundes als Farbe auf. Dazu klicke ich zuerst auf die Vordergrundfarbe und dann mit der Pipette ins Bild.

Danach erstelle ich eine neue Einstellungsebene vom Typ Farbfläche, aus der ich eine Schnittmaske mache und deren Ebenenmaske ich invertiere.

Schritt 4

Auf der Maske dieser Ebene male ich dann einfach mit einem weißen weichen Pinsel, um Bereiche wieder sichtbar zu machen und das Blau zu entfernen.

Mit den Mischmodi muss ich dann ein bisschen experimentieren, Negativ multiplizieren passt ganz gut.

Wenn ich damit fertig bin, sieht der Hund perfekt auf dem Hintergrund aus und der Farbsaum ist verschwunden.

Beispiel 4 – Schritt 1

Hier kommt noch ein letztes Beispiel. Ich lade eine Frau vor blauem Hintergrund.

Zuerst muss ich sie natürlich wieder grob freistellen, dazu benutze ich das Schnellauswahlwerkzeug. Dann gehe ich wieder in Kante verbessern und bearbeite wie immer zuerst die kritischen Stellen der Freistellung mit dem Kante verbessern-Werkzeug.

Schritt 2

Man kann im Kante verbessern-Dialog auch noch mal das mit dem Farben dekontaminieren versuchen, das bringt ein bisschen was, aber es werden Pixel verändert und darum wäre ich damit vorsichtig. Hier stelle ich den Kontrast noch etwas höher, damit der Farbsaum schon geringer wird, und gebe alles in eine Neue Ebene mit Ebenenmaske aus.

Schritt 3

Ich füge dann noch einen Hintergrund ein. Man sieht, dass hier kaum mehr was getan werden muss, denn es existiert kaum noch Farbsaum. Den, der noch da ist, kann ich wieder über die destruktive Methode mit Transparente Pixel fixieren entfernen: Ebenenmaske anwenden, Transparente Pixel fixieren und dann mit einem großen Kopierstempel Strukturen kopieren und den Rand übermalen.

Schritt 4

Ich kann das Ganze auch noch mit einem normalen Pinsel intensivieren: Ich nehme eine Farbe aus den Haaren auf und male über die Randbereiche. In diesem Bild passt für den Pinsel der Modus Ineinanderkopieren bei verringerter Deckkraft ganz gut. Selbst die Haut könnte ich damit noch “nachbräunen”, wenn ich wollte.

Das war’s mit diesem Tutorial. Wie ihr seht, könnt ihr bei fast allen Bildern fast alle Möglichkeiten anwenden, ob destruktiv oder nicht. Ich hoffe, ihr konntet ein paar sinnvolle Tipps mitnehmen.

Bis zum nächsten Tutorial
Stefan

Bildquellen: Fotolia_4012197 © Tobias Marx – Fotolia.com, Fotolia_27808385 © Dash – Fotolia.com, Fotolia_61509573 © kids.4pictures – Fotolia.com, Fotolia_62369126 © Iakov Kalinin – Fotolia.com, Fotolia_63356236 © edwardderule – Fotolia.com

Wir empfehlen:
Photoshop Elements - Basics & Tricks

Unsere Empfehlung für dich

Photoshop Elements für Einsteiger und Aufsteiger

Photoshop Elements für Einsteiger und Aufsteiger

Gehe der Bildbearbeitung auf den elementaren Grund! Zu Beginn mag Photoshop Elements angesichts der zahlreichen Funktionen überfordern, doch mit diesem Training wirst du die Features in kürzester Zeit verstehen und für deine Zwecke zu nutzen wissen.

  • 62 Lektionen in über 4,5 Stunden Video-Training zu den Grundlagen in Photoshop Elements
  • Alle wichtigen Funktionen und Werkzeuge verständlich erklärt (z. B. Ebenen, Filter, Dateiformate …)
  • Von Digitalkünstler Gabor Richter, der dich Schritt für Schritt in einen versierten PSE-Nutzer verwandelt

Zum Training