Panorama im Wohnzimmer

Hier möchte ich euch zeigen, wie man vom Sofa aus ein Panorama erstellen kann. Verwendet werden PSE 9 und das kostenlose 3D-Programm Vue Pioneer. Das Tutorial ist mit Vue 9 Pioneer (inkl. T-Pack SciFi) erstellt. Mit diesem T-Pack verschwindet dann auch das Cornucopia-Wasserzeichen auf den fertigen Renderbildern!

Panorama im Wohnzimmer

Die Panorama-Aufnahmen, die man so im Netz oder in Ausstellungen sieht, faszinieren wohl jeden von uns. Doch nicht jeder hat die Zeit, Geld oder Ausrüstung, um an solch grandiose Naturschauplätze zu reisen und zu fotografieren. Doch es gibt eine Lösung für alle, die auch mal einen Spaziergang machen wollen, ohne sich vom gemütlichen Sofa zu erheben.

Alles, was man dazu braucht, sind zwei Dinge:

1. ein Bildbearbeitungsprogramm, z. B. Paint Shop Pro oder Photoshop Elements, mit dem man Panoramen erstellen kann und

2. das Wichtigste: ein 3D-Programm, mit dem man sozusagen virtuell auf die Pirsch gehen kann.

Als 3D-Programm bietet sich Vue an, da es sehr einfach zu bedienen und als Pioneer kostenlos ist. Die aktuelle Version von Vue 9 Pioneer kann man sich hier kostenlos herunterladen und installieren.

 

Auf Bildfang gehen

Wir öffnen Vue 9 Pioneer.

Wir empfehlen:
Freistellen mit Photoshop Elements

 

Um nun die entsprechende Landschaft zu erhalten, generieren wir uns ein Prozedural-Gelände. Dazu gibt es links in der Werkzeugleiste zwei Optionen:

 

Der Einfachheit halber erstellen wir uns ein Endlosgelände. Dazu klicken wir mit der rechten Maustaste auf den entsprechenden Button.

 

Wir wählen hier in unserem Beispiel Schichten2/Strata2 (je nach Vue-Version) aus. Nachdem wir mit OK bestätigt haben, fragt Vue, ob wir die vorhandene Grundfläche verwerfen wollen.

 

Dies bestätigen wir mit Ja/Yes. Die nächste Frage, die gestellt wird, ist, ob wir einen Meeresspiegel/Sea level haben wollen. Dies ist vor allem wichtig, wenn man die Wolken auch direkt in Vue rendern möchte.

In unserem Beispiel bestätigen wir jetzt mit Ja/Yes, löschen diese Meeresebene aber später wieder heraus, um keine Fehler ins Bild zu bekommen. Vue erstellt nun unsere Landschaft.

 

Im Fenster rechts (Hauptkamera/Main camera) kann man schon einmal einen kleinen Eindruck der Szene bekommen.

 

Nun haben wir zwar eine Landschaft, aber noch kein Panorama. Um dies zu erhalten, werden wir drei Bilder rendern und bei jedem Bild die Kamera ein klein wenig drehen.
Vorher löschen wir aber die Wasserebene!!

Zuerst zu den Kameraeinstellungen: Im Ebenenmanager wählen wir die Hauptkamera/Main camera aus.

 

Nun haben wir über dem Vorschaubild eine Reihe Einstellungsmöglichkeiten, darunter auch den Fokus (Zum Ziel wechseln/Switch to target). Linksklick auf diesen Button.

 

In dem Auswahlfeld Fokus auf/Focus on wählen wir nun Schichten2/Strata2 aus.

 

Nun ist unsere Kamera auf ca. 442m Entfernung eingestellt. Dies sehen wir, wenn wir im Ebenenmanager noch einmal auf die Kamera klicken.

 

Um die Bilder zu rendern, müssen wir nun ein paar Einstellungen treffen. Dazu gehen wir in der Navigationsleiste auf Bild/Render>Renderoptionen/Render options oder drücken alternativ Strg/Ctrl+F9.

 

In den Renderoptionen treffen wir nun folgende Auswahl: Die Render quality stellen wir auf Superior, die Render destination auf Render to screen, die Picture size and resolution auf 1920 x 1080 (die größte Auflösung, die Pioneer verarbeiten kann) und 300 dpi Auflösung und bestätigen das Ganze mit OK.

Das Bild wird nun noch nicht für das Rendern frei gegeben, sondern es werden die Einstellungen für das spätere Rendern gespeichert.

 

Um den Überblick zu behalten, speichern wir die Szene nun ab. Dazu auf File>Save as… klicken …

 

… und einen entsprechenden Dateinamen eingeben.


Mit OK bestätigen. Damit schließt sich das Fenster wieder und wir kehren zurück zu unserer Landschaft.

 

Nun drehen wir die Kamera in dem Feld, das mit Top view bezeichnet ist (das obere linke Feld im Arbeitsbereich). Ihr seht, ob das Fenster aktiv ist, wenn sich der Balken mit dem Namen umfärbt.

 

Um die Kamera in diesem Feld auszuwählen, klicken wir auf das Quadrat des Gizmos (Gizmos sind die kleinen Helfer in Vue). Wenn das Quadrat gelb markiert ist, haben wir alles richtig gemacht.

 

Um die Kamera herum sieht man nun Markierungspfeile.

 

Wenn man nun mit dem Mauszeiger in die Nähe dieser Pfeile geht, ändert sich der Mauszeiger und man kann die Kamera drehen.

 

Nun drehen wir die Kamera ein Stück nach links. Beim Drehen geht man genauso vor, wie man ein Panorama in echt fotografieren würde.

Also darauf achten, dass sich die Bildausschnitte zu mindestens 20% überlappen! Die Drehung kann man im Vorschaufenster kontrollieren.

 

Wenn wir die Kamera gedreht haben, speichern wir das Bild unter einem neuen (fortlaufenden) Namen ab (siehe oben). Jetzt wiederholen wir den Vorgang (Kamera drehen, unter neuem Namen speichern).

Wir haben so drei sogenannte Vue-Szenen abgespeichert. Diese rendern wir nun. Dazu laden wir uns die erste Szene über File>Open… in den Arbeitsbereich.

 

Im Szenenmanager gehen wir nun in den Ordner, in dem wir die Vue-Szenen abgespeichert haben. Dazu gibt es unten links einen kleinen gelben Pfeil (Browse file).

 

Um das Bild nun endgültig zu rendern, drücken wir F9. Vue rendert nun die Szene.


Je nach Leistung des PCs kann das pro Bild zwischen 30 und 90 Minuten dauern. Das ist aber immer noch schneller und günstiger, als sich eine Kamera zu kaufen und an einen entsprechenden Platz zu fahren.

Vor allem hat man durch das Programm mehr Möglichkeiten, das Panorama an sich zu beeinflussen. Vom Stand der Sonne über Nebel und Wolken bis zu Bergen und Hügeln im Hintergrund kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen.

 

Um euer Panorama aufzulockern, habe ich euch noch ein weiteres Gelände und eine Pyramide eingefügt. Wenn das Bild dann fertig gerendert ist, klickt man auf die kleine Diskette im Render-Fenster.

 

Damit wir verlustfrei arbeiten können, speichern wir im TIFF-Format. Unter den Optionen den Haken bei LZW File compression entfernen und speichern.


Wenn wir das bei allen drei Bildern gemacht haben, schließen wir Vue und kümmern uns um das Zusammensetzen der einzelnen Teile.

 

Das Panorama

Wir starten also nun Photoshop Elements und öffnen darin die drei gerenderten Bilder.

 

Wir wählen Datei>Neu>Photomerge-Panorama.

 

In Photomerge lassen wir unserem Beispiel alles auf Automatisch. Als Quelldateien geben wir an Geöffnete Dateien hinzufügen.

 

Nun stehen unsere drei TIFF-Dateien in der Liste und wir bestätigen mit OK.

 

Photoshop erstellt nun das Panorama. Nach kurzer Zeit haben wir unser fertiges Panorama in einem neuen Bild.

 

Photoshop Elements füllt die fehlenden Flächen, die beim Erstellen des Panoramas entstehen, automatisch, wenn ihr die Frage am Ende des Prozesses mit OK bestätigt. Je nach Bildmaterial kann es aber besser sein, das Bild selbst freizustellen. Probiert es einfach aus.

 

Die drei Arbeitsdateien können wir danach schließen.

 

Um das Panorama abzuspeichern, gehen wir in den Ebenenmanager auf die Ebene 1 und mit einem Rechtsklick wählen wir die Option Auf Hintergrundebene reduzieren aus.

 

Nun speichern wir die Datei über Datei>Speichern unter … und wählen als Dateityp JPEG.

 

In den JPEG-Optionen wählen wir bei Qualität 12 und bestätigen mit OK.

 

Damit hätten wir unser Panorama. Im mitgelieferten fertigen JPEG wurde die Auflösung auf 6500px Breite angepasst und eine automatische Tonwertkorrektur ausgeführt. Wer möchte, kann nun auch Wolken zum Himmel hinzufügen, um die Szene noch realistischer zu machen.

Wie so etwas dann fertig aussehen kann, seht ihr im Bild “Drylands Mars 2120”.


Nicht wundern – da ich mittlerweile mit einer höheren Version von Vue arbeite, musste ich während der Tutorialerstellung zwischen den Versionen switchen. Man möge mir das verzeihen. Die Vorgehensweise ist aber von Vue7 bis Vue9 identisch. Auch wenn ihr die englische Version von Pioneer habt, könnt ihr das Tutorial sicher einfach nacharbeiten.

Ich hoffe, das Tutorial hat euch gefallen

Grüße aus der Schattenwelt

MURDOC the PSYCHO

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